Kapuziner Österreich-Südtirol

04.10.2017 - Feldkircher Kapuzinerkloster hat neuen Oberen

Nach sieben Jahren kehrt mit Bruder Karl-Martin Gort ein bekanntes Gesicht als Leiter zurück

 

„Als Guardian bist du Vater und Mutter für deine Gemeinschaft!“ Das sagt Bruder Erich Geir, Provinzial (Ordensoberer) der Kapuziner Österreichs und Südtirols. Der 4. Oktober ist der Festtag des heiligen Franziskus von Assisi, des Ordensheiligen der Kapuziner. Am heutigen Tag gab es im Kapuzinerkloster noch einen anderen Grund zu feiern. Bruder Karl-Martin Gort wurde als Guardian, also Hausobere und damit Leiter des Kapuzinerklosters feierlich eingeführt. Provinzial Bruder Erich Geir stand dem Gottesdienst vor, in dem er sich auch bei dem bisherigen Leiter des Klosters, Bruder Laurentius Wabnig bedankte. Bruder Karl-Martin ist vielen Menschen in Feldkirch und darüber hinaus vertraut. Er war bereits 2001 - 2010 Hausoberer in Feldkirch. Anschließende wurde er als Guardian nach Wien gerufen. Nun kehrt der gebürtige Vorarlberger nach Feldkirch zurück. Unter den Gratulanten waren auch Bischof Benno Elbs und Pfarrer Herbert Spieler.

 

Guardian sein heißt aufmerksam sein

„Die Aufgabe des Guardian erfordert große Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse des Einzelnen“, so Bruder Karl-Martin Gort selbst über seine neue Aufgabe. „Eine Gemeinschaft von Brüdern wächst im regelmäßigen Beten, miteinander Reden und gemeinsamem Tragen von Verantwortung.“ Im Kapuzinerkloster in Feldkirch leben zur Zeit fünf Brüder, eine übliche Größe für eine Kapuzinergemeinschaft, die in der Regel zwischen drei und zwölf Brüder umfasst. Ein Guardian trägt die Verantwortung für die Brüder, das Kloster und die Seelsorge in personellen, spirituellen und wirtschaftlichen Belangen. Als solcher fiel auch die große Klostersanierung in den Jahren 2005 - 2007 in Bruder Karl-Martins Verantwortung. „In Feldkirch erwarten mich vertraute Brüder, viele Freunde und Bekannte, aber auch Geschwister und Familien!“ freut sich der neue Obere auf seine Aufgabe. „Der neue Standort ist für mich der alte, also wohl vertraute Standort. Ich kehre zurück in meine Stamm-Heimat, wo ich verantwortlich war für das neue Kloster-Konzept. Daran werde ich weiter arbeiten.“

 

Bischof Benno: Viele haben ihn vermisst

„Als einen guten Zuhörer und Ratgeber, als einen ebenso umsichtigen Wirtschafter und Planer und nicht zuletzt als einen Mann des Ausgleichs und des tiefen Glaubens haben viele Bruder Karl-Martin Gort vermisst“, streut Bischof Benno Elbs dem neuen alten Guardian Rosen. „Nach sieben Jahren in Wien freue ich mich deshalb besonders, ihn wieder in direkter Nachbarschaft im Feldkircher Kapuzinerkloster zu wissen.“ Auch im „Freundeskreis der Vorarlberger Kapuziner“ ist die Vorfreude groß. Greti Schmid, Obfrau des Freundeskreises der Vorarlberger Kapuziner: „Wir freuen uns, dass Karl Martin wieder das Kloster Feldkirch übernimmt, dessen Umbau, Erweiterung und Öffnung er wesentlich mit gestaltet hat. Als Freundeskreis wünschen wir ihm alles Gute für sein Wirken und freuen uns ihn dabei unterstützen zu dürfen.“

 

Kloster des Stadtheiligen Fidelis von Sigmaringen

Den meisten Feldkirchern ist der Stadtpatron Fidelis von Sigmaringen durch das jährliche Fidelisfest ein Begriff. Die Haupt-Reliquie dieses heiligen Kapuziners wird im Feldkircher Kloster aufbewahrt und verehrt. Tatsächlich hat das Kapuzinerkloster durch die Verehrung des Heiligen Fidelis weit über die Grenzen Vorarlbergs hinaus Bedeutung. Das Kloster ist das Ziel für Pilgergruppen und Schulausflüge, wöchentlich wird in der Kapuzinerkirche der Fidelissegen gespendet. Auch eine verstärkte Zusammenarbeit der Stadt Feldkirch mit der Stadt Sigmaringen hat seinen Ursprung in der Fidelisverehrung. Der heilige Fidelis wurde 1622 im Zuge von Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten getötet. Im Orden wird er heute als Anlass zu verstärkten ökumenischen Bestrebungen gesehen.

Neben der Pilgerseelsorge wollen die Feldkircher Brüder durch Zusammenarbeit mit verschiedenen sozialen Vereinen ein Zeichen setzen. Auch das slw Vorarlberg/Liechtenstein, die Sozialen Dienste der Kapuziner haben ihre Niederlassung im Feldkircher Kloster. Das Kloster Schruns-Gauenstein gehört organisatorisch ebenfalls zu Feldkirch.

 

Kapuziner: Stille, Gemeinschaft und soziales Wirken

Die Kapuziner sind neben Franziskanern und Minoriten einer der drei Männerorden, die auf Franz von Assisi zurückgehen. Offiziell anerkannt wurden sie als Reformbewegung des ursprünglichen franziskanischen Ordens 1528 von Papst Clemens VII. Der Grundstein für das Feldkircher Kloster wurde 1602 gelegt, die Einweihung der Kirche erfolgte 1605. Seitdem leben und arbeiten Kapuziner in Feldkirch. Die Geschichte des Klosters ist eng mit dem Hl. Fidelis von Sigmaringen verbunden. Er war mit einer kurzen Unterbrechung von 1619 – 1622 Hausoberer der Feldkircher Kapuziner. Organisatorisch ist das Kloster Feldkirch mit 16 anderen Niederlassungen Teil der Ordensprovinz Österreich-Südtirol. Als Kapuziner tritt man in eine Ordensprovinz und nicht etwa in ein Kloster an einem bestimmten Standort ein. Das Leben eines Kapuziners beruht auf Leben aus dem Gebet und der Stille, sozialem Wirken bei Bedürftigen und Gemeinschaft untereinander und mit den Menschen im Umfeld. Immer wieder neue Aufgaben an neuen Orten zu übernehmen ist Teil des Lebens jedes Kapuziners. Die Amtszeit eines Kapuzinerguardians beträgt drei Jahre und kann einmal verlängert werden. Neben Feldkirch haben im letzten Monat auch die Klöster Wien, Wr. Neustadt und Leibnitz neue Hausobere erhalten.

 

Bruder Karl-Martin Gort - biografische Daten

Geb. 1942 in Göfis, Ordenseintritt: 1963, ewige Gelübde: 1968, Priesterweihe: 1970. Wichtige Funktionen im Orden: Provinzial (1995-2001), Provinzökonom, Provinzsekretär, Missionssekretär, zahlreiche Male Guardian an verschiedenen Orten, Präses des slw Wien und des slw Vorarlberg/Liechtenstein. Neben der Generalsanierung des Feldkircher Klosters hat Bruder Karl-Martin Gort in den letzten Jahren auch die noch laufende Sanierung des Wiener Klosters in die Wege angebahnt und betreut.  

 

Statements in voller Länge:

„Als einen guten Zuhörer und Ratgeber, als einen ebenso umsichtigen Wirtschafter und Planer und nicht zuletzt als einen Mann des Ausgleichs und des tiefen Glaubens haben viele Bruder Karl Martin Gort vermisst. Nach sieben Jahren in Wien freue ich mich deshalb besonders, ihn wieder in direkter Nachbarschaft im Feldkircher Kapuzinerkloster zu wissen. Ich wünsche ihm hier ein gutes Ankommen in der Gemeinde mit vielen vertrauten Gesichtern und Gottes Segen für die ebenso vielen neuen Freundschaften, Aufgaben und Ideen.“ Bischof Benno Elbs

 

„Wir freuen uns, dass Karl Martin wieder das Kloster Feldkirch übernimmt, dessen Umbau, Erweiterung und Öffnung er wesentlich mit gestaltet hat. Als Freundeskreis wünschen wir ihm alles Gute für sein Wirken und freuen uns ihn dabei unterstützen zu dürfen.“ Greti Schmid, Obfrau des Freundeskreises der Vorarlberger Kapuziner



Bildnachweis zur Honorarfreien Verwendung: © D. Mathis

Bild1: Bruder Erich Geir, Provinzial (Ordensoberer) der Kapuziner Österreichs und Südtirols (li) übergibt dem neuen Guardian Bruder Karl-Martin Gort die Satzungen der Kapuziner, symbolhaft für das Leitungsamt.

Bild2: „Viele haben Bruder Karl-Martin vermisst!“ so Bischof Benno Elbs. V.l.n.r.: Bischof Benno Elbs, Guardian Bruder Karl-Martin Gort, Provinzial Bruder Erich Geir.

Bild3: Porträt – Der neue Guardian Bruder Karl-Martin Gort ist den Feldkirchern vertraut.

 

                                                                    

Feldkirch am 4.10.2017 Kaupuzinerkloster, neuer Guardian Bruder Martin Gort. Guardianwechsel des Feldkicher Kapuzinerklosters. Messe Hl. Fidelis Fidelisweihe in der Kapuzinerkirche, Br. Karl-Martin Gort, Provinzial Br. Erich Geir. Bischof Benno Elbs, Pfr. Herbert Spieler, alt Bgm. Elmar Ludescher unter den Gratulanten.

Feldkirch am 4.10.2017 Kaupuzinerkloster, neuer Guardian Bruder Martin Gort. Guardianwechsel des Feldkicher Kapuzinerklosters. Messe Hl. Fidelis Fidelisweihe in der Kapuzinerkirche, Br. Karl-Martin Gort, Provinzial Br. Erich Geir. Bischof Benno Elbs, Pfr. Herbert Spieler, alt Bgm. Elmar Ludescher unter den Gratulanten.

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