Kapuziner Österreich-Südtirol

11.02.2016 - „Seid Männer des Friedens!“ (Papst Franziskus) - Kapuziner beim Papst

Papst Franziskus und Br. Mauro Jöhri (re), Generalminister (Ordensoberer weltweit) der Kapuziner

„Gott will dir nur Gutes! Die Vergebung ist Zärtlichkeit von Gott her.“ so Papst Franziskus zu den Kapuzinern. „Seid Männer der Vergebung, der Versöhnung und des Friedens!“ Dieses Gute soll der Beichtvater den Beichtenden spüren lassen. Am 9. Februar feierte der Papst in Rom die Messe mit 1200 Mitgliedern aller Kapuzinerorden weltweit, davon neun Kapuzinern aus der Provinz Österreich-Südtirol, 7 aus Österreich. „Man konnte in den Worten des Papstes spüren, dass er von der Seelsorge her kommt!“ beschreibt Br. Erich Geir aus Fügen in Tirol seine Eindrücke vom Treffen mit Papst Franziskus. Am Nachmittag folgte eine Begegnung mit den „Missionaren der Barmherzigkeit“ – von Ordensgemeinschaften und Diözesen ausgewählte Personen, zu denen auch Br. Erich und zwei weitere Kapuziner der Provinz Österreich-Südtirol gehören.

Nicht Richten und Verurteilen

„Gottes Barmherzigkeit heißt für mich, dass er mein Leben trotz meiner Fehler und Schwächen annimmt!“, erklärt Br. Erich. „Auch ich darf nicht richten und verurteilen.“ Für Menschen da zu sein und sie zu begleiten ist Br. Erich seit Jahren ein Herzensanliegen, in diesem Jahr möchte er das noch intensivieren. Der Kapuziner ist Leiter des Pastoralteams im slw Soziale Dienste der Kapuziner. Seit 2014 ist er auch Mitglied der Provinzleitung der Kapuziner für Österreich und Südtirol und ist so auch mitverantwortlich für das Wohl seiner ganzen Gemeinschaft. Auch die beiden anderen Missionare der Barmherzigkeit möchten in diesem Jahr Akzente setzen. „Menschen wieder auf die Beine bringen!“ wolle er als Missionar, erklärt Br. Markus Kowalczuk aus Wr. Neustadt. „Für mich heißt es bedingungslose Vergebung“, so Br. Markus Kerschbaumer aus Neumarkt in Südtirol. Dies wolle er den Menschen besonders spürbar machen. Das von Papst Franziskus ausgerufene Jahr der Barmherzigkeit soll auch das Beichtsakrament neu zugänglich zu machen. Der Kapuziner-Missionar der Barmherzigkeit ist auch als Beichtvater ansprechbar. Mit den Worten von Papst Franziskus: „Wer in den Beichtstuhl kommt, der sucht Bestärkung, Vergebung, den Frieden im Herzen.“

 „Barmherzigkeit“ ist Grundauftrag der Kapuziner

Die Begegnung mit dem Papst und der Gottesdienst stehen im Zusammenhang mit dem von Papst Franziskus ausgerufenen „Jubiläum der Barmherzigkeit“. Als franziskanischer Orden haben die Kapuziner seit ihrer Gründung den Auftrag, für Menschen da zu sein, ihnen und Aufmerksamkeit zu schenken – in der Sprache der Kirche: die „Barmherzigkeit Gottes“ erfahrbar zu machen. „Das Jahr der Barmherzigkeit mahnt uns, mehr Taten zu setzen als Worte zu sprechen!“ sagt dazu Br. Lech Siebert, Provinzial (Ordensoberer) für Österreich und Südtirol „Das betrifft unseren Umgang mit Bedürftigen und geflüchteten Menschen mindestens genauso wie unseren Dienst im Beichtstuhl.“ Die ausgewählten „Missionare der Barmherzigkeit“ hatten in Rom ein dichtes Programm: Am Dienstag früh der Gottesdienst mit Papst Franziskus, Br. Mauro Jöhri, dem Generalminister (Ordensoberen weltweit) der Kapuziner und Ordensmitgliedern aus aller Welt, dann das gemeinsame Durchschreiten der „Pforte der Barmherzigkeit“ beim Petersdom und abends die Audienz bei Papst Franziskus. Am Abend des Aschermittwoch fand die offizielle „Aussendung“ der Missionare durch den Papst statt.

Reliquien des Kapuziners Padre Pio in Rom

„Eure Kapuzinertradition ist eine Tradition des Vergebens. Unter euch gibt es so viele gute Beichtväter“, erklärt Papst Franziskus in seiner Predigt. Auch die Reliquien zweier heiliger Kapuziner wurden für die am Aschermittwoch stattfindende „Aussendung“ der Missionare nach Rom geholt: Padre Pio (1887-1968) und Leopold Mandic (1866-1942). Beide waren beliebte Beichtväter. An diese Tradition sollten die Kapuziner auch heute anschließen.

 

Wer Aussprache oder seelsorgliche Begleitung durch die Missionare der Barmherzigkeit sucht, kann sie wie folgt kontaktieren:

Br. Erich Geir über seine Gemeinschaft in Fügen oder das slw http://fuegen.kapuziner.at bzw. http://www.slw.at

Br. Markus Kowalczuk über das Kloster in Wr. Neustadt http://wr.neustadt.kapuziner.at

Br. Markus Kerschbaumer über das Kloster in Neumarkt, Südtirol http://neumarkt.kapuziner.bz.it

 

 

Bildnachweis

Bild Nr. 1,5: © L’Osservatore Romano

Restliche Bilder: © Kapuziner

 

Bild 1: Empfang der Missionare der Barmherzigkeit durch Papst Franziskus. 1. Reihe 1.v.r.: Br. Markus Kowalczuk aus Wr. Neustadt;

Bild 2: Die Kapuziner-Missionare der Barmherzigkeit: v.l.n.r.: Br. Markus Kerschbaumer, Neumarkt (Südtirol), Br. Markus Kowalczuk, Wr. Neustadt, Br. Erich Geir, Fügen (Tirol).

Bild 3: Die Gruppe der Kapuziner der Provinz Österreich-Südtirol. V.l.n.r.: Br. Markus Kowalczuk (Wr. Neustadt, Missionar der Barmherzigkeit), Br. Markus Kerschbaumer (Neumarkt in Südtirol, Missionar d. B.), Br. Matthias Reich (Innsbruck), Br. Erich Geir (Fügen in Tirol, Missionar d.B.), Br. Miro Matekic (Innsbruck), Br. Marek Król (Wr. Neustadt), Br. Paul Borek (Innsbruck), Br. Piotr Panczak (Meran). Nicht im Bild: Br. Etienne Nary (Innsbruck)  

Bild 4: Österreichische Kapuziner am Petersplatz beim Betreten des Petersdoms. Vorne links: Br. Markus Kowalczuk, Missionar der Barmherzigkeit vom Kloster Wr. Neustadt, ganz rechts: sein Mitbruder aus Wr. Neustadt Br. Marek Król. 

Bild 5: Papst Franziskus mit Br. Mauro Jöhri (re), dem Generalminister (Ordensoberen weltweit) der Kapuziner beim gemeinsamen Gottesdienst am 9. Februar

 

Vollständige Predigt des Papstes auf Deutsch

 

 

Biografisches:

Br. Erich Geir, 70 Jahre, geb. 1945 in Navis, Tirol, Österreich. Ordenseintritt: 1966, Ewige Profess: 1975, Priesterweihe: 1975. Leiter des slw-Pastoralteams; Mitglied der Provinzleitung der Kapuziner Österreich-Südtirols. Derzeit in Fügen.

 

Br. Markus Kowalczuk, 44 Jahre, geb. 1972 in Zielona Góra, Polen. Ordenseintritt: 1992. Ewige Gelübde: 1998. Priesterweihe: 2000. Jugendseelsorger, Mitglied des Jugendarbeitsteams der Kapuziner. Derzeit im Kloster Wr. Neustadt.

 

Br. Markus Kerschbaumer, 66 Jahre, geb. 1949 in Feldthurns, Ordenseintritt: 1972. Ewige Gelübde: 1976. Priesterweihe: 1978. Bis zu seiner Pensionierung 2015 28 Jahre lang Krangenhausseelsorger in Bozen; auch in seinem Kloster Neumarkt ist ihm die Begleitung von Menschen durch den Schwerpunkt „Kloster zum Mitleben“ ein wichtiges Anliegen. Derzeit im Kloster Neumarkt.

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