Kapuziner Österreich-Südtirol

11.09.2017 - Jugendkloster hat neuen Leiter

Br. Tomasz Krawczyk ist neuer Chef der Kapuziner in Wr. Neustadt

„Als Guardian bist du Vorbild in Leben und Weitergabe unseres Glaubens!“ so Bruder Marek Król, Provinzvikar und stellvertretender Ordensoberer für Österreich und Südtirol bei der Festmesse. „Gestalte das Leben deiner Gemeinschaft verantwortlich zum Wohle aller.“ Bruder Tomasz Krawczyk ist der neue Guardian, also Hausobere und damit Leiter des Kapuzinerklosters Wr. Neustadt. Am 10. September wurde er in der Kapuzinerkirche von Bruder Marek Król feierlich in sein Amt eingeführt. Das Kapuzinerkloster Wr. Neustadt hat seit Jahren Österreich-weite Bedeutung für Jugendarbeit mit franziskanischem Schwerpunkt. 

Österreichisches Zentrum für franziskanische Jugendarbeit

Seine Aufgabe bedeutet für Bruder Tomasz nun viel Arbeit mit Menschen. Wer die Bahnhofstraße entlang geht, trifft dort immer wieder auf den einen oder anderen Ordensmann– als Begleiter einer Gruppe Jugendlicher, beim Eisessen oder einfach im Gespräch mit Menschen auf dem Kirchplatz. Der Grund dafür ist das Kapuzinerkloster. Die in Wr. Neustadt lebenden Kapuzinerbrüder bieten seit vielen Jahren eine besondere Form der Jugendarbeit an: Franziskanische Jugendarbeit bedeutet soziale Einsätze mit viel praktischer Arbeit, umrahmt von spirituellem Programm. Die Bereitschaft, das Kloster für Jugendliche und junge Erwachsene zu öffnen, bringt an vielen Wochenenden bis zu 50 junge Leute zu Kursen nach Wiener Neustadt. Dass die Kapuziner in Wr. Neustadt auch in Kranken- und Gefängnisseelsorge mitarbeiten, kommt dem Anliegen der Sozialeinsätze entgegen.

Seelsorger, Imker, Koch

„Ich freue mich sehr auf Wr. Neustadt!“ Das sagt der neue Guardian selbst. „Mit verschiedenen Menschen zusammen zu sein, ist mir wichtig.“ Er freue sich auch darauf, wieder in einer kleineren Stadt leben und arbeiten zu dürfen, ergänzt Bruder Tomasz, der die letzten Jahre in der Bundeshauptstadt Wien verbrachte. „Von ganzem Herzen Seelsorger“ sei Bruder Tomasz, so beschreiben ihn seine Mitbrüder. Die vielen Gruppen, die sich im Kloster Wr. Neustadt treffen, kommen dieser Eigenschaft entgegen.

Seine Freizeit verbringt der 51-jährige Kapuziner gern in der Natur, zum Beispiel bei einem seiner Lieblingshobbies: Als Imker mit seinen Bienen. Darüber hinaus ist er als begeisterter Koch nie um einen Ratschlag in der Küche verlegen. Hobbies, denen hofft, nun wieder mehr nachgehen zu können als in der Großstadt.

Seit Mitte des 13. Jahrhunderts sind franziskanische Orden in Wr. Neustadt

Die Kapuziner sind neben Franziskanern und Minoriten einer der drei Männerorden, die auf Franz von Assisi zurückgehen. Offiziell anerkannt wurden sie als Reformbewegung des ursprünglichen franziskanischen Ordens 1528 von Papst Clemens VII. Das Kloster Wr. Neustadt hingegen wurde bereits Mitte des 13. Jahrhunderts als Minoritenkloster erbaut – wenige Jahre nach dem Tod des Ordensgründers Franz von Assisi (1228). Die erste verlässliche urkundliche Erwähnung des Hauses stammt aus 1267. Grundsteinlegung für den Umbau zum Kapuzinerkloster erfolgte 1623. Seitdem leben und arbeiten Kapuziner in Wr. Neustadt. Die einzige Unterbrechung erfolgte während der NS-Zeit (1941-1945), in der das Kloster wie viele andere Kapuzinerklöster beschlagnahmt wurde. Nach Kriegsende wurde das Haus dem Orden zurückgegeben und restauriert.

Kapuziner: Stille, Gemeinschaft und soziales Wirken

Organisatorisch ist das Kloster Wiener Neustadt mit 16 anderen Niederlassungen Teil der Ordensprovinz Österreich-Südtirol. Als Kapuziner tritt man in eine Ordensprovinz und nicht etwa in ein Kloster an einem bestimmten Standort ein. Das Leben eines Kapuziners beruht auf Leben aus dem Gebet und der Stille, sozialem Wirken bei Bedürftigen und Gemeinschaft untereinander und mit den Menschen im Umfeld. Immer wieder neue Aufgaben an neuen Orten zu übernehmen ist Teil des Lebens jedes Kapuziners. Die Amtszeit eines Kapuzinerguardians beträgt drei Jahre und kann einmal verlängert werden. Neben Wr. Neustadt erhalten diesen Monat auch die Klöster Wien, Leibnitz und Feldkirch neue Hausobere.

 

Informationen zur Person:

Br. Tomasz Krawczyk, geb. 1966 in Bochnia, Polen, Ordenseintritt 1985, Ewige Gelübde 1991, Priesterweihe 1992.

 

Bildnachweis zur Honorarfreien Verwendung:

Bild 1: Der neue Hausobere Bruder Tomasz Krawczyk (li) und Provinzvikar Bruder Marek Król beim Fußballspiel mit Jugendlichen im Klostergarten. © Rita Newman

Bild2: Die Amtseinführung von Bruder Tomasz Krawczyk (im Bild) erfolgte gestern im Zuge einer Festmesse in der Kapuzinerkirche. © Kapuziner

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