Kapuziner Österreich-Südtirol

17.6.2015 - 400 Jahre Einsiedelei im Kapuzinerkloster Innsbruck

Nach der Renovierung wird die Einsiedelei wiedereröffnet: Br. Lech Siebert, Ordensoberer für Österreich und Südtirol und Gabriele Neumann vom Bundesdenkmalamt nehmen den offiziellen Akt vor.

„Die Eremitage im Innsbrucker Kapuzinerkloster ist ein singuläres Kulturdenkmal von überregionaler Bedeutung!“ so Dr. Franz Caramelle in seinem Vortrag über die Bedeutung dieser Rarität. Am 17. Juni begingen die Kapuziner mit einem Festakt ihren 400. Geburtstag. Seit ihrer Errichtung im Jahr 1615 durch Erzherzog Maximilian III, den Deutschmeister, blieb die Einsiedelei nahezu unverändert und gilt heute als außergewöhnliches Kulturdenkmal mit Bedeutung weit über den Tiroler Raum hinaus. Im zweiten Vortrag von Erich Moser, Landesinnungsmeister der Hafner, ging es um den original erhalten gebliebenen Kachelofen der Einsiedelei. Zahlreiche Menschen folgten der Einladung in die bis zum letzten Platz gefüllte Kapuzinerkirche. Nach dem Festakt konnten Einsiedelei, Kloster, Bibliothek und Archiv bei Führungen besichtigt werden.

Ältestes Kapuzinerkloster im deutschsprachigen Raum
Das Kloster Innsbruck ist mit einer Grundsteinlegung im Jahr 1593 das älteste Kapuzinerkloster im ganzen deutschsprachigen Raum. Die Kapuziner kamen im Zuge der Gegenreformation auf Initiative der Familie Habsburg, der auch Maximilian III angehörte, nach Innsbruck.
In der Einsiedelei wurden den letzten Monaten Renovierungsarbeiten vorgenommen und eine kleine Ausstellung eingerichtet, in der u.a. eine Reliquie von Erzherzogin Anna Katharina, Aufzeichnungen aus der Gründungszeit des Klosters und Briefe des seligen Thomas von Olera im Original gezeigt werden. In der Kirche befindet sich auch das Grab dieses erst 2013 selig gesprochenen Kapuziners. Während in der Vergangenheit nur punktuell Führungen in Einsiedelei, Kloster und Archiv abgehalten wurden, soll dies nun regelmäßiger möglich sein. (Kontakt: provinzarchiv@kapuziner.at; archiv.kapuziner.at)

Verbindungsgang von Hofburg zum Kloster
Kapuziner sind seit vier Jahrhunderten seelsorgliche Begleiter von Arm und Reich gleichermaßen. Bereits wenige Jahre nach der Klostergründung ließ Erzherzogin Anna Katharina einen hölzernen Verbindungsgang von der Hofburg zum Kloster bauen, der bis ins 19. Jahrhundert hinein bestand. Die enge Verbindung zum Haus Habsburg beweist auch die zeitgleiche Errichtung der Kapuzinergruft in Wien (1617). Maximilian III., dem Deutschmeister war in der Einsiedelei Rückzug, Teilnahme am Gebetsleben der Kapuziner und gleichzeitige Weiterführung der Regierungsgeschäfte möglich.

Die Frage nach Gott wach halten
„Stille war immer ein Teil unseres Lebens!“ so Br. Lech Siebert, Provinzial (Ordensoberer) für Österreich und Südtirol beim Festakt zur 400-Jahr-Feier im Kapuzinerkloster Innsbruck. Die Einsiedelei sei Zeugnis für die Gottsuche von Menschen. „Für uns Kapuziner ist die Einsiedelei ein Auftrag, die Frage nach Gott wach zu halten!“ Der Gedanke des Rückzugs in Stille und Gebet ist neben sozialem Wirken und Leben in Gemeinschaft der dritte wichtige Aspekt des Kapuzinerlebens. In Österreich und Südtirol leben 115 Ordensangehörige in 20 Niederlassungen.

Bildnachweis © Kapuziner

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