„Jugend in Mission“

Auch das kann Sommer für junge Menschen aus Österreicher sein: Die Wiener Neustädter Kapuziner unterstützen seit 2014 Hilfsprojekte in Bulgarien, in die sie junge Menschen aus ihrem Umkreis einbinden. Im Projekt „Jugend in Mission“ lernen junge Österreicher ein anderes Gesicht von Europa kennen.

Missionserfahrung unter „geregelten, halbwegs sicheren Bedingungen“ machen - das ist das Ziel des Projekts in Bulgarien, erzählt Heidi Filzmoser. Sie ist intensiv in der Jugendarbeit der Wiener Neustädter Kapuziner engagiert. Die Situation in Bulgarien ist teilweise vergleichbar mit dem, was viele Mitteleuropäer nur in Afrika oder Indien vermuten: Die Minderheit der Roma lebt in Bulgarien unter erbärmlichen Zuständen; in der Hauptstadt Sofia gibt es sogar sog. „Roma-Ghettos“. Hier setzt das Projekt „Jugend in der Mission“ an: „Den Kapuzinern in Bulgarien stehen Räumlichkeiten zur Verfügung, die eine saubere, gefahrlose Unterbringung der Jugendlichen ermöglichen“, weiß Heidi Filzmoser, die mit ihrer Familie jeden Sommer in Bulgarien mit dabei ist. „Die Brüder in Bulgarien sprechen außer Bulgarisch auch noch Polnisch, Englisch oder Deutsch. Daher ist die Kommunikation kein Problem. Die Jugendlichen bekommen zwar auch die massiven Probleme in Bulgarien - wie Roma-Ghetto, Menschenhandel, Alkoholismus, Leben unter dem Existenzminimum, Kinderprostitution - mit, aber die Kapuziner sorgen dafür, dass dies ohne Risiko vor sich geht. Die Jugendlichen werden also keinen Gefahren ausgesetzt - Missionseinsatz unter vereinfachten Bedingungen, sozusagen.“

"Ghetto, Menschenhandel, Prostitution - die Jugendlichen bekommen diese Themen mit; aber ohne dass sie selbst in Gefahr sind."
Heidi Filzmoser, ehrenamtliche Begleiterin

Jugend in Mission 2019

In Begleitung österreichischer Kapuziner helfen die Jugendlichen jedes Jahr den Brüdern in Sofia bei allen Arbeiten, die anfallen (handwerkliche Tätigkeiten, Sortieren von Kleidungsspenden, Aufräumen,…). Und sie unterstützen die Schwestern der Mutter Teresa von Kalkutta, die in Sofia im Einsatz sind, bei der Arbeit mit den Roma-Kindern: Sie bieten einfache workshops an, in denen alle Kinder mitmachen können an. Basteln, Turnen, Singen und eine kindgerechte Form der Katechese sind die Inhalte.
Auch heuer im Sommer war „Jugend in Mission“ wieder am Werk. Theresa Filzmoser erzählt von ihrem schönsten Erlebnis: „Als wir gerade im Ghetto sind und Workshops mit den Kindern machen, kommt ein kleiner Junge auf mich zu und strahlt mich an. Es ist niemand anders als Niki, der Bub mit dem verfaulten Finger, dem ich letztes Jahr versucht habe zu helfen. Die Schwestern haben danach immer wieder bei ihm vorbeigeschaut und seinen Finger verarztet, und so konnte dieser verheilen. Er ist zwar etwas krumm, da die Sehne anscheinend auch verletzt war, aber die Wunde ist zugewachsen. Man könnte diesen Finger ohne Probleme operieren, aber davor hat die Mutter Angst. Doch das ist alles nicht wichtig, denn Niki lebt und ist gesund!“


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