Ukraine 2017: Jugend der Kapuziner
Kapuziner Österreich-Südtirol

Arbeitseinsatz Ukraine

Von 2. bis 9. September fuhren wir mit einem kleinen Teil unserer Jugendgruppe in die Ukraine. Wir wussten bis zwei Tage vor der Abreise noch nicht, wo wir die ersten Tage verbringen würden, nur, dass wir die erste Nacht in Krakau (Polen) schlafen. So blieben uns, laut Erfahrungsberichten anderer Kapuziner, noch 8 Stunden Fahrt, bis wir an unserem Ziel, einer etwa 20 000 Einwohner Stadt in der Westukraine namens "Krasyliv" ankommen würden. Dem war jedoch nicht so, da unser Navigationssystem den kürzesten Weg suchte, der allerdings nicht der schnellste war. So fuhren wir durch unzählige kleine Dörfer, deren Straßen mehr Schlaglöcher als Asphalt oder Schotter hatten. In Krasyliv wohnten wir zwei Tage in einem Kloster, das als Ausgangspunkt für Laienmissionare dient. Nach einer intensiven Vorbereitungszeit werden sie für neun Monate in Pfarren geschickt und versehen dort verschiedenste Missionsdienste. Danach ging es über "gute" Straßen weiter nach Staryj Ostropil, einem Dorf etwa 200km südwestlich von Kiew. Dort betreibt eine Gemeinschaft des dritten franziskanischen Ordens (OFS) ein Haus, das als Evangelisierungszentrum für in- und Ausländische Menschen aller Altersklassen dient. Aktuell besuchen jährlich 2000 Katholiken diese Glaubenskurse und werden teilweise bekehrt oder auch im Glauben vertieft. Mit einer kleinen polnischen Gruppe besuchten wir einen solchen Kurs und erledigten drei Tage lang am Grundstück die Arbeiten, die die Gemeinschaft allein nicht schafft, wie Gräben ausheben und wieder zuschaufeln, Holz hacken, Unmengen an Äpfeln und Birnen schälen und schneiden und Bohnen ernten. Das dabei erstaunliche war, dass, obwohl wir dreisprachig waren (ukrainisch, polnisch, deutsch), wir uns trotzdem gut verständigen konnten.

Uns werden neben den "Straßen" wohl noch zwei Dinge länger in Erinnerung bleiben: das gute (und reichliche) Essen und die Herzlichkeit, mit der wir, sowohl in Krasyliv, als auch in Staryj Ostropil, empfangen wurden. Eine Herzlichkeit, die ganz tief im Glauben verankert ist und unglaublichen Frieden ausstrahlt.