Weltjugendtag Krakau 2016: Jugend der Kapuziner
Kapuziner Österreich-Südtirol

Weltjugendtag Krakau 2016

Błogosławieni miłosierni, albowiem oni miłosierdzia dostąpią!“

„Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden.“

 

So lautete der Refrain der Hymne für den Weltjugendtag 2016 in Krakau. Aus der ganzen Welt machten sich jugendliche Pilger und Pilgerinnen auf den Weg, um gemeinsam zu beten, zu sprechen und zu feiern.

Aus Wiener Neustadt startete am 22. Juli unter der Leitung von Bruder Marek Krol, Heidi und Theresa Filzmoser eine Gruppe von 40 Jugendlichen nach Polen. Die ersten fünf Tage verbrachten wir im Heimatdorf von Bruder Marek, das 100 km von Krakau entfernt ist.

Mit den Jugendlichen vor Ort kam es zu freundschaftlichen Begegnungen. Gemeinsame Gebete und Gottesdienste standen auf dem Programm, sowie ein Fußballspiel Österreich gegen Polen. Nach dem Absingen der Hymnen gingen wir Österreicher überraschend in Führung. Doch die polnischen Jugendlichen wurden ihrer Favoritenrolle gerecht und gewannen noch klar.

Bei der anschließenden Disco wurde das Lied „Chocolate“ zum großen Hit. Die Jugendlichen tanzten begeistert bis in den späten Abend. In den kommenden Tagen standen u. a. eine schöne Floßfahrt und ein super Mittagessen bei Gastfamilien auf dem Programm. Einen herzlichen Dank für die gute Aufnahme!

Am 28. Juli fuhren wir nach Krakau. Dort trafen wir im Kapuzinerkloster die Brüder Christoph Strojny und Matthias Reich. Sie begleiteten eine Jugendgruppe aus Leibnitz. Im Kloster wurden über 200 Jugendliche aus der ganzen Welt beherbergt. Jugendliche aus afrikanischen Ländern sparten einige Jahre ihr Geld, um am Treffen teilnehmen zu können.

Auf der „Błoniawiese“ begrüßten wir Papst Franziskus. Er ermutigte die Jugendlichen zu einem engagierten Leben aus dem Glauben. Sie sollen sich nicht auf dem „Sofa“ langweilen und sich verschließen, sondern mutig Schritte in die Zukunft gehen. Der Papst sprühte vor Lebendigkeit.

Bei einem Kreuzweg dachten wir am nächsten Tag mit dem Papst an die leidenden Menschen unserer Zeit. Nun steuerten wir auf den Höhepunkt des Treffens zu.

Rund 2 Millionen Menschen pilgerten zum „Campus Misericordiae“. Am Samstagabend begannen wir mit einer Gebetsvigil. 3 junge Menschen legten ein Zeugnis ab.

Besonders das Zeugnis einer jungen Frau aus Syrien berührte die anwesenden Jugendlichen, sowie die zahlreichen Menschen vor den Fernsehgeräten. Die 26-jährige Rand Mittri aus Aleppo berichtete vom Bürgerkrieg in ihrer Heimat und der damit verbundenen Not und Angst, aber auch vom Vertrauen in Gott, den das menschliche Leid nicht unberührt lasse. „Die Wahrheit hängt nicht von einem Leben in Frieden ab, frei von Nöten und Schmerz. Mehr und mehr glaube ich, dass Gott trotz unseres Leidens existiert.“

Nach einer kurzen Nacht, in der die versammelten Menschen wie „Ölsardinen“ auf dem riesigen Gelände friedlich nebeneinander campierten, feierten wir am Sonntag die Eucharistie. Dankbar gehen wir unsere Lebenswege weiter - mit Jesus im Herzen. Besonders gefreut haben sich die Gäste aus Panama. Sie werden 2019 den nächsten Weltjugendtag veranstalten.

Bruder Hans Pruckner