Die Novizen gehen ins Provinzpraktikum

Mitte Mai sind die beiden Novizen Julian und Pascal für das sogenannte „Provinzpraktikum“ in ihre Heimatprovinzen Deutschland und die Schweiz zurückgekehrt. Die Noviziatsausbildung für die deutschsprachigen Länder findet seit 1998 gemeinsam in Salzburg statt. Im letzten Teil des Noviziats leben die Novizen nochmals drei Monate in einem Kloster „zuhause“ in der je eigenen Provinz mit: Alltag erleben, wie es auch nach der ersten Profess (Gelübde) sein wird.

„Ich freue mich darauf, wieder ein anderes Haus kennenzulernen“, meint Bruder Julian. „Auch das Zusammenleben mit den Schwestern wird sicher nochmals anders sein als hier in Salzburg.“ Er wird die nächsten drei Monate in Stühlingen verbringen, wo die Kapuzinergemeinschaft gemeinsam mit Franziskanerinnen aus Reute ein Gästekloster betreibt.

Das wichtigste beim Provinzpraktikum sei, die Realität der Heimatprovinz zu erleben, so Bruder Bernd, Novizenmeister und Ausbildungsleiter in Salzburg. Im Noviziatskloster in Salzburg leben Brüder aus allen drei deutschsprachigen Provinzen Deutschland, Schweiz und Österreich-Südtirol gemeinsam.
Ähnlich bei Bruder Pascal, der bis zum Sommer im Kloster Rapperswil in der Schweiz lebt. Auch dieses ist ein offenes Haus. Dass beide in Gästeklöstern ihr Praktikum absolvieren, ist für Bruder Bernd kein Zufall: „Die Klosterwirklichkeit ist heute für viele Menschen sehr weit weg. Ein Gästekloster ist eine Möglichkeit, Kapuziner und Kirche erfahrbar zu machen. Und gleichzeitig wichtig für uns, um an den Menschen dran zu bleiben.“

Bilder vom Ausbildungsweg junger Kapuziner:

Noviziat: Zweiter von drei Ausbildungsschritten

Das Provinzpraktikum ist der letzte Teil der Noviziatsausbildung, in der der junge Bruder und der Orden beide die Entscheidung zu treffen haben, ob das der richtige Weg für ihn ist. Wenn die Brüder Julian und Pascal sich also dafür entscheiden und zu den ersten Gelübden zugelassen werden, können sie diese im Herbst ablegen. Insgesamt besteht die Ausbildung junger Kapuziner aus drei Ausbildungsschritten: Postulat, Noviziat und Juniorat. Nach den ersten Gelübden werden die Brüder Julian und Pascal Junioren. Das „Juniorat ist der dritte und letzte Ausbildungsschritt. Dieser dauert mindestens drei Jahre und wird meist für weitere Berufsausbildung genutzt. Darüber hinaus ist bei den Kapuzinern ein Auslandsjahr vorgesehen. Am Ende des Juniorats stehen die „ewigen Gelübde“.


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