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Bilder von Priestern

Das Priesteramt hat heutzutage keine gute Schlagzeile. Wir erhalten ständig schockierende Informationen über das Leben der Geistlichen. Die Hiobs-Botschaften vermitteln den Eindruck, dass es keine echten Priester mehr gibt, die ihre Berufung leben. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Es genügt, sich umzusehen, um eifrige und fromme Priester zu finden, die ihr Priestertum lieben und es mit anderen teilen. Es ist gut, ihre Geschichten zu veröffentlichen und sie der Welt zu zeigen. Wir brauchen heute Bilder, die voller Hoffnung sind. Ich selbst kenne die Priester, über die ich hier schreibe, seit Jahren, verfolge ihre Geschichten und lerne von ihnen. …

Brüder des Hl. Franziskus

Das was mich bei den Kapuzinern in Wiener Neustadt - in der Nähe von Wien - bewegt, ist die evangelische Durchlässigkeit und die Einfachheit. Eine kleine Gemeinschaft zur Hälfte polnischer, zur Hälfte österreichischer Abstammung, ist voller Leben. In der Kirche der Brüder versammelt sich eine recht große Gruppe von Menschen, obwohl sie keine Pfarrei haben, sondern nur eine Rektoratskirche. Der seelsorgerische Dienst umfasst mehrere Gemeinschaften, vom Neokatechumenat über Kinder, Jugend und Familien bis hin zur Legio Mariens. 

Es scheint nicht viel für unsere polnischen Perspektiven zu sein, aber für österreichische Verhältnisse schon ziemlich viel. Darüber hinaus gibt es einen Garten, ein Café, eine Eisbahn für Kinder und zwei Eselinnen. Diese Attraktionen sind für die Bewohner der Stadt, die das Klostergelände besuchen.

Was ist das Geheimnis der Kapuziner? Was zieht die Menschen in ihrem Leben an?

Es scheint, dass der Schlüssel dazu die Treue zur Regel des Heiligen Franziskus ist: Die Brüder leben in Einfachheit und Armut. In ihnen ist die Freude der franziskanischen Berufung zu spüren, die sich im gemeinsamen Gebet, in der Brüderlichkeit und in der Arbeit ausdrückt.

Ich spürte den Geist des Gründers im Kloster, als ich vier Wochen im Sommer das Leben mit ihnen geteilt habe. So wenig ist genug, um im Rhythmus Gottes zu leben.

Und es gibt noch etwas, das von äußerster Wichtigkeit ist. Die Kapuziner hier in Wiener Neustadt und in vielen anderen Klöstern dieser Provinz, haben tagsüber für mehrere Stunden Beichtdienst. Es gibt immer einen Bruder, der auf die Ankunft von Beichtkindern oder Gästen wartet; für diesen Dienst sind die Kapuziner bekannt. Menschen aus der Umgebung und manchmal sogar von sehr weit her, kommen, um mit ihnen zu sprechen, zu beichten oder einen Segen zu erhalten.

Uni. Prof. Przemyslaw Artemiuk

Im Wochen Magazin „Idziemy“ von 14.11.2021

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