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Bruder Romule Sangoay: Von Madagaskar nach Innsbruck

Die Kapuziner in Österreich sind mit ihren Mitbrüdern in Madagaskar seit den 1960er Jahren besonders eng verbunden: Kirche und Orden wurden dort durch Missionare der damaligen Nordtiroler Kapuzinerprovinz wesentlich mit aufgebaut. Auch heute helfen Spenden von Förderinnen und Förderern aus Österreich und Südtirol dabei, Hilfsprojekte in Madagaskar am Leben zu halten. Außerdem kommen immer wieder junge Kapuziner aus Madagaskar nach Österreich, um hier zu studieren: Sogar der Provinzobere Bruder Adonis Tsiarify hat einige Jahre in Innsbruck studiert und wollte auch Bruder Romule Sangoay diese Chance geben.

„Der Ruf von Provinzial Bruder Adonis, dass ich in Österreich weiter studieren darf, kam für mich voriges Jahr sehr überraschend“, sagt Bruder Romule Sangoay. Kurz davor hat Bruder Romule sein Lehramt-Studium abgeschlossen und ist davon ausgegangen, dass er auch weiterhin Englisch unterrichten wird an der Universität in der Hauptstadt von Madagaskar, in Antananarivo. „Doch ich gehe dorthin, wohin mich Gott haben will. Ich helfe hier in Innsbruck zusammen mit dem Hausoberen und einem weiteren Mitbruder, wo ich im Haus gebraucht werde. Ich gebe mein Bestes, um gut Deutsch zu lernen. Und Bruder Manfred Marent, der 52 Jahre lange in Madagaskar Missionar war, hat mir anfangs sehr geholfen, weil er meine Muttersprache Malagasy spricht“, sagt Bruder Romule Sangoay.

Schon in seiner Kindheit ist er mit den Kapuzinern in engen Kontakt gekommen: „In meiner Kindheit gab es nur die Kapuziner in meiner Heimatstadt Ambanja. Hier gibt es eine große Kathedrale, in der ich als 11-Jähriger ministriert habe. Viele meiner Freunde sind bei den Kapuzinern ins College eingetreten. Mein Vater hat mich am Abschluss der Ausbildung gefragt: Bist du glücklich – dann geh diesen Weg weiter! Daher habe ich mich 2002 für das Postulat entschieden, bin ein Jahr später in den Orden eingetreten und habe 2012 die ewige Profess abgelegt.“

Kapuziner-Sein bedeutet für Bruder Romule Sangoay: „Meinen Glauben leben: Das macht mich froh! Ich habe mich für diesen Lebensweg entschieden und wurde 2014 auch zum Priester geweiht.“ Franz von Assisi ist für ihn ein sehr charismatischer Mann, der seinem Herzen gefolgt ist. So möchte er auch leben. „Es liegt mir sehr viel daran, mich jeden Tag weiter zu entwickeln. Und ich weiß: Ich kann darauf vertrauen, dass Gott jederzeit für mich da ist.“

[10.09.20/umgeher]

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