schließen

Brüdertage

Auch wir Kapuziner sind während zweier Brüdertreffen (am 4. und 19. 11. 2021) der Einladung von Papstes Franziskus gefolgt, uns als Ordensleute an der Weltsynode zu beteiligen. Im Vorbereitungsdokument zur Synode war zu lesen: „Die Kirche hofft mit der Hilfe des Hl. Geistes entdecken zu können, wie wir der Sendung Gottes treu dienen können. Damit wir eine Kirche „im Aufbruch“ sind, eine missionarische Kirche, «mit offenen Türen» (EG, Nr. 46), für alle Menschen.“

Die leitende Bibelstelle dieser Synode ist die Begegnung des Heiden Kornelius mit Petrus (Apostelgeschichte 10). Man kann diese Schriftstelle als Wegweiser betrachten, wie synodale Kirche funktioniert. Zur tieferen Auseinandersetzung, was wir aus der Begegnung von Kornelius und Petrus lernen können.

Synode ereignet sich dort, wo Menschen einander begegnen, zuhören, sich aufeinander einlassen, wenn Beziehungen aufgebaut werden und über die Kirche Gedanken machen. Wenn viele Menschen über die Kirche reden, ist das aber noch lange keine Synode. Es geht also nicht um „unsere guten Ideen und Änderungsvorschläge“. Synode ist es erst dann, wenn wir uns fragen, was der Heilige Geist in der Kirche bewirkt, damit wir den Weg gemeinsam gehen und gemeinsam die Verantwortung für die Kirche tragen können, um die missionarische Sendung der Kirche zu erfüllen. Es ist also eine Frage, was der Hl. Geist von uns will. Sein Ziel ist es, dass die Kirche ihre Mission wahrnimmt und den Glauben weitergibt. Es geht um Evangelisation. Der Weg der Christen ist ein Weg zu den anderen. Das ist Hauptaufgabe der Kirche, sich auf den Weg zu machen und Christus zu den Menschen zu bringen. Eine Synode ist dafür da, dass wir uns vom Heiligen Geist in die Mission senden lassen, dass wir uns von ihm hinaustreibt lassen, und zwar nicht einzeln, sondern als Gemeinschaft der Kirche.

Wir Kapuziner haben uns darüber ausgetauscht, wo wir heute Menschen wie Kornelius begegnen, die Jesus Christus nur wenig oder gar nicht kennen, ihnen zuhören und die Freude von der Hoffnung, die uns erfüllt, mit ihnen teilen. Äußerst wertvoll sehen wir die Zusammenarbeit mit den Laien, die mit uns den Weg des Glaubens gehen und aktiv an der Glaubensweitergabe mitarbeiten. Uns ist bewusst, wie kostbar es ist, miteinander unterwegs zu sein, einander zu stützen, oder die Augen zu öffnen. Es ist schön, dieser Syn hodos – der gemeinsame Weg.

zurück zur Übersicht