Details: Kapuziner Österreich-Südtirol
schließen

„Das Virus nimmt in Indien langsam Fahrt auf“

Bruder Joly ist zur Zeit in Kerala und berichtet von der Situation vor Ort.

Kerala/ Innsbruck/ Wien. „Die Stimmung der Karwoche hat wichtige Aspekte unseres Glaubens, wie das Leiden, den Tod, und die Auferstehung Jesu zum Ausdruck gebracht.“ Dies schreibt unser Wiener Mitbruder Joly Puthussery Varghese zu Ostern aus Kerala, Indien. Bruder Joly lebt seit dem Studium in Wien und war zuletzt für einige Zeit in der Heimatprovinz, um Kapuzinerstudenten zu unterrichten. Aufgrund von Covid 19 musste er seine Rückkehr nach Wien verschieben.

Auch in Indien gibt es eine Ausgangssperre, so Bruder Joly. Zum ersten Mal in der Geschichte würden öffentliche Verkehrsmittel still stehen. „Die Ausbreitung des Coronavirus nimmt in Indien langsam seine Fahrt auf“, meint er und drückt seine Sorge aus: „Die Armensiedlungen in den Metropolen Indiens sind sehr dichtbesiedelt und konsequenterweise könnte sich das Coronavirus in solchen Gegenden ungestört und schnell ausbreiten.“

Tagelöhner sitzen ohne Arbeit und Unterkunft fest

Obwohl die Ausgangsbeschränkungen soziale Distanz verstärken und die Ansteckungsgefahr gewissermaßen verhindern, wäre die Auswirkung für manche Menschen besonders schlimm: Tagelöhner und Gastarbeiter etwa. „Aufgrund der Ausgangssperre können sie nicht nach Hause. Sie müssen hierblieben, aber ohne Arbeit. Dies bedeutet für sie kein Geld, keine Unterkunft und kein Essen!“ Die Kapuziner verteilen vom Provinzialatskloster aus Lebensmittel und Essen für 100 Gastarbeiter aus anderen Bundesländern. Dieses Projekt wurde gemeinsam mit der Regierung initiert und soll einen kleinen Beitrag zur Linderung der Not leisten.

Bruder Joly: „In die Vorbereitung auf das Osterfest dürfen wir uns Gott mit all unseren Verwundungen und Verletzungen anvertrauen. Der Geist des leidenden und auferstandenen Christi gibt uns die Kraft, Gott in allen Lebensbereichen zu vertrauen.“ [17/04/20 red-varghese]

zurück zur Übersicht