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„Ich bete den Leib Christi mit den Augen des Geistes an“

Schon viele Male hat der Franziskaner Johannes Schneider die Kapuziner mit Impulsen oder inhaltlichen Ausführungen bei Brüdertreffen oder anderen Zusammenkünften begleitet. Bruder Johannes gehört seit Jahren zu den renommiertesten deutschsprachigen Wissenschaftlern im Bereich der Spiritualität von Franz und Klara von Assisi. Zahlreiche Veröffentlichungen zu diesem Thema gehen auf ihn zurück.

Im Kontext der Coronakrise hat er den Kommentar zur geistigen Kommunion nach dem hl. Franz von Assisi verfasst.



Zwei Dinge betont Bruder Johannes Schneider OFM in seinem Text besonders. Der erste Aspekt ist der des Glaubens an das Sakrament, der in jedem Fall Voraussetzung für einen Empfang, auch einen materiellen in Gestalt von Brot und Wein, sei. Er schreibt: „Glaube als ‚Schauen mit geistlichen Augen‘ ist Grundvoraussetzung für die Begegnung mit dem Sakrament selbst und für den Empfang desselben. (..) Glaube als geistiges Schauen ist die Basis für das geistliche Empfangen des Sakraments.“(1) Die geistliche Kommunion sei also von Vornherein Voraussetzung dafür, das Sakrament empfangen zu können. Jede gläubige Kommunion sei somit auch geistliche Kommunion.

Den zweiten Aspekt, den Bruder Johannes hervorhebt, ist die Bedeutung, die Wort Gottes für Franz von Assisi hatte: Notwendige Voraussetzung für die Wandlung sei das Wort Gottes in den Wandlungsworten. Auch im gesprochenen und danach (nieder-)geschriebenen Wort des Herrn würde der Herr verehrt. Insofern räumt Franz von Assisi dem Wort einen gewissen „Vorrang“ vor dem Sakrament ein und wollte es stets mit größter Ehrfurcht behandelt wissen. Aus dem heraus begründet sich auch die Bedeutung des Stundengebets für die Angehörigen franziskanischer Orden oder die Tatsache, dass der Heilige sich zu dem (teuren) Brevier auch noch ein (ebenso teures) Evangeliar binden ließ, obwohl er und seine Mitbrüder für ihre äußerst einfache Lebensweise bekannt waren.
Johannes Schneider verweist in seinem Text auch auf Erzbischof Lackner, der das Trienter Konzil und Thomas von Aquin zitiert und festhält: „Wer geistig kommuniziert, begeht also kein bloßes ‚Als-ob‘. Er empfängt wirklich die vom Sakrament der Eucharistie vermittelte Gnade.“ (2)
[07/04/20 red]

Zitate:

(1)    P. Johannes Schneider OFM, „Ich bete den Leib Christi mit den Augen des Geistes an“ Geistige Kommunion nach dem hl. Franz von Assisi. Salzburg, am 30. März 2020.
(2)    Erzbischof Dr. Franz Lackner, Schreiben an die Mitbrüder im priesterlichen und diakonalen Dienst vom 27. März 2020.

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