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#Mutmacher Nr. 5

Was gibt Mut? Wer macht Mut? Impulse zum Advent von Schüler*innen - #mutmacher Nr. 5

Salzburg. Bruder Hans Pruckner ist Lehrer. Während des ersten Lockdown hat er mit seinen Schüler*innen zum Thema „Träume“ gearbeitet. „Die entstandenen Texte haben mich so beeindruckt, dass ich sie in unserer Kirche aufgelegt habe!“ erzählt er. „Ich wollte, dass auch andere Menschen Zugang zu ihnen haben.“ Eine fruchtbare Idee: Den Texten folgten zahlreiche Rückmeldungen von oft unbekannten Personen, die Kraft aus den Worten der Schüler*innen beziehen hatten können.

„Das wollte ich fortsetzen! Im Advent geht es nun im Mutmacher und Mutmacherinnen“, so Bruder Hans. Jeden Tag wird ein anderer Text in der Salzburger Kapuzinerkirche aufgelegt. Die Schüler*innen erzählen darin teilweise sehr persönlich, wer für sie so besondere Menschen sind, die ihnen und anderen Mut machen. Einige davon wollen wir auch auf der Kapuzinerwebsite veröffentlichen.


#Mutmacher Nr. 5

"Jeder Mensch braucht ab und zu jemanden oder etwas, das ihn ermutigt, und bestärkt."

Jeder Mensch braucht ab und zu jemanden oder etwas, das ihn ermutigt, und bestärkt. Besonders in Zeiten wie diesen, wo alles sehr unsicher und instabil scheint. Für mich sind das Freunde, Familie, mein Freund und ganz besonders mein Cousin. Er ist zwei Jahre älter als ich und war seit meiner Geburt immer für mich da, was ihn zu meinem besten Freund, und auch ein bisschen zu meinem großen Bruder macht. Wir sind Seite an Seite aufgewachsen wie Geschwister, mit dem Unterschied, dass er in Tirol lebte und ich in Salzburg. Diese Distanz hat sich aber nie negativ auf unsere Beziehung ausgewirkt. Wenn wir uns sahen, dann hatten wir so viel zu bereden oder zu unternehmen, dass wir für Streitigkeiten gar keine Zeit hatten. Manchmal ist es so, dass wir uns mehrere Monate gar nicht sehen, aber wir wissen, dass der andere immer da ist. Wenn es mir schlecht geht, dann weiß er das schon bevor ich ein Wort sage. Besonders bei der ersten Welle des Virus ging es mir nicht besonders gut. Ich hatte im Lockdown täglich Nervenzusammenbrüche, und auch wenn ich jeden Tag stundenlang mit ihm telefonierte, fehlte er mir sehr. 

Egal wie ausweglos eine Situation zu sein scheint, am Ende findet er immer eine Lösung für mich. In manchen Momenten ist er der Einzige, der mich beruhigen kann. Er ist der, der es schafft mich zum Lachen zu bringen, wenn das keinem anderen gelingt. Wenn ich nicht mehr weiter weiß hilft er mir dabei einen kühlen Kopf zu bewahren, und kluge Entscheidungen zu treffen. Er kennt mich besser als jeder andere, und weiß schon, wenn ich eine Entscheidung treffe, ob ich damit schlussendlich zufrieden sein werde, oder nicht. 

Ich bin unglaublich dankbar, einen Menschen wie ihn in meinem Leben zu haben, und mit ihm macht mein Leben deutlich mehr Spaß.  


[2020/12/21-red]

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