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Österliche Zeichen

Die Bozner Kapuziner freuen sich an kleinen Zeichen und mit der orthodoxen Geschwisterkirche.

Bozen. „Heute ist es nochmals Ostern geworden!“ Das sagt Bruder Anton Beikircher, Guardian in Bozen. In Zeiten von Corona ist es ihm besonders wichtig, kleine Zeichen wahrzunehmen und sich auch mit anderen mit zu freuen. Im Südtiroler Provinzteil sind die Auswirkungen dieses Virus um einiges stärker zu spüren als im Rest der Provinz. Jeder kennt irgendjemanden, der an den Folgen von Covid19 verstorben ist, eine schrittweise Lockerung der Maßnahmen, wie sie in Österreich nach Ostern begonnen hat, wird noch ein wenig auf sich warten lassen.

„Nach der Morgenmesse bin ich heute in der Seitenkapelle stehen geblieben“, erzählt Bruder Anton. „Dort haben wir die Statue des Auferstandenen mit seiner Fahne stehen. Als ich da stand, sah ich die Sonne herein scheinen – sie strahlte genau auf die Statue – und nur auf die Statue!“ So kleine Zeichen sind es, die Hoffnung machen. „Ich hoffe und bete, dass uns der Auferstandene in seinem Licht entgegen komm!“ so Bruder Anton. Der kleinen, aus drei Brüdern bestehenden Kapuzinergemeinschaft in Bozen geht es den Umständen entsprechend gut, berichtet er. Er selbst würde manchmal zum Einkaufen ausgehen, entsprechend mit Mundschutz und der notwendigen Bescheinigung für die Polizei ausgerüstet. Auch die Bekannten der Brüder tragen die Situation abwartend und gefasst, in gläubiger Haltung, so seine Wahrnehmung. Immer wieder würden auch Menschen in den Garten oder die Kirche kommen, die ja offen geblieben sind.

Mit andern freuen

In diesen Tagen freuen sich die Bozner Kapuziner besonders mit den Angehörigen der rumänisch-orthodoxen Kirche, die die Kapuzinerkirche mitbenützen. Sie feiern heuer eine Woche nach den Katholiken Ostern und mit dieselben strengen Auflagen – so wird das Fest auch hier im kleinsten Kreis begangen. Dennoch bringt die Feier auch den Kapuzinern nochmals Osterstimmung, so Bruder Anton. „Gesang, Weihrauch und Segnung von Wasser und Brotstücken dürfen nicht fehlen!“ Diese würden in die Familien mitgenommen und noch vor dem Frühstück geteilt werden. So kann es in vielen Familien Ostern werden. [19/04/20 red]

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