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Partnerprovinz St. Thomas in Kerala: Seit März im Online-Modus

Bruder Joly Puthussery Varghese erzählt über seine abenteuerliche Rückreise nach Wien und wie es den Menschen in Kerala geht.

Wien/ Innsbruck/ Kerala. Drei verschiedene Flüge und 48 Reisestunden brauchte es, um Bruder Joly Puthussery Varghese im August von Kerala zurück nach Wien zu bringen. Der Kapuziner ist einer von mehreren indischen Brüdern, die durch eine Provinzkooperation in Wien studieren. Er war es auch, der Provinzial Bruder Erich Geir letztes Jahr nach Indien begleitete, um über die Ausweitung der Kooperation und die Entsendung weiterer indischer Brüder in die Provinz Österreich-Südtirol zu verhandeln.(vgl: Links) Anfang des Jahres war er für einige Zeit in seiner Heimatprovinz St. Thomas in Kerala, um Kapuzinerstudenten zu unterrichten. Dort wurde er von den Coronabedingten Reisebeschränkungen überrascht.

Rückkehr mit fünf Monaten Verspätung

„Am 10. März wollte ich zurück nach Wien fliegen!“ erzählt er. „Ich war schon am Flughafen. Und da hieß es auf einmal: Coronatest!“ Doch zu diesem Zeitpunkt war in Kerala kein Test zu bekommen und er musste vom Flughafen ins örtliche Kloster zurückkehren, ohne irgendwelche Informationen, wann er wieder nach Österreich kommen könnte. Es begann eine Zeit der Unsicherheit, die bis Juli andauerte. „Dann habe ich endlich die Möglichkeit bekommen, mich testen zu lassen!“ Nach Erhalt des negativen Ergebnisses konnte er einen Flug buchen. Doch auch das war nicht so einfach: „Nach wie vor wurden viele Flüge gestrichen!“ Mit fünf Monaten Verspätung kommt er am 31. August in Wien an.

Kerala befindet sich in Südwest-Indien


Erkrankungen bei den indischen Mitbrüdern

In Gedanken ist er heute immer wieder bei den Brüdern in Kerala: Mehrere sind mittlerweile an Covid19 erkrankt: „Gott sei Dank sind das jüngere Mitbrüder!“ ist er erleichtert. „Bei ihnen zeigt die Krankheit einen äußerst milden Verlauf.“ Die betroffenen Kapuziner bleiben normalerweise zuhause in ihrem Kloster, wo sie die Krankheit auskurieren. „Die Krankenhäuser in Kerala sind überfüllt!“ erklärt Bruder Joly. Außerdem seien diese Mitbrüder meist nach einer Woche wieder gesund.

Die Schulen in Kerala sind seit März zu

Im April berichtete Bruder Joly von der dramatischen Situation in Kerala. Die Situation ist auch heute mit der in Mitteleuropa kaum vergleichbar. „Die Sozialsysteme sind vollkommen verschieden! Die Menschen müssen raus, um arbeiten zu gehen, sonst haben sie kein Einkommen!“ so Bruder Joly. Ansonsten bleiben die Menschen viel zuhause, um die Möglichkeiten von Ansteckung zu reduzieren. Schulen und Universitäten sind seit März durchgängig im Online-Unterricht. Auch das Glaubensleben spielt sich auch stark im Internet ab. „Daran haben sich alle gewöhnt!“ meint er. Und er ist optimistisch: „Insgesamt hab ich den Eindruck, dass es jetzt langsam besser wird! Angeblich machen die Schulen bald wieder auf. Und es heißt, dass die Zahlen sinken.“

Verstärkung durch weitere indische Mitbrüder

Die Situation in Kerala betrifft auch die geplante personelle Verstärkung durch die Kooperation mit der Provinz St. Thomas. Zwei Mitbrüder sollen in absehbarer Zeit in die Provinz Österreich-Südtirol kommen, um die hiesigen Brüder zu unterstützen. Schwierig gestaltet sich momentan allerdings das für die Visa notwendige Deutschlernen, da auch die Sprachschulen keinen Präsentunterricht anbieten. Sobald sie das notwendige Zertifikat – Deutsch auf A1-Level – vorweisen können, werden die beiden indischen Kapuziner dann in die Provinz Österreich-Südtirol übersiedeln können. Hier ist der nächste Schritt dann eine Vervollständigung der Sprachkenntnisse, bevor entschieden wird, wo sie eingesetzt werden.

[2020-11-16 –red]

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