Peter und Paul – Tag der Weihen und Weihejubiläen

Auch bei den Kapuzinern gibt es zahlreiche runde Jahrtage

„Ich staune über das große Vertrauen, das viele Menschen im Sprechzimmer zeigen!“ Das sagt Bruder Adalbert Stampfl (86) auf die Frage nach seinem Priester-Sein. Der 29. Juni ist als Fest der Apostel Petrus und Paulus traditionell der Tag der Priesterweihen – und somit auch ein Tag, an dem zahlreiche Mitbrüder ihre Priesterjubiläen feiern. Bei Bruder Adalbert aus Bruneck sind es 60 Jahre. Begehen wird er das Jubiläum bereits am 26. Juni, gemeinsam mit seinem „Weihekollegen“ und Mitbruder Leonhard Beikircher im Kreis der Kapuziner in Bruneck.

„Ich durfte in das glückliche und leidvolle Leben der Menschen hineinschauen“, meint Bruder Adalbert. „Dieses Vertrauen hat mir bewiesen, dass ich den Priesterberuf nicht umsonst gewählt habe.“ Und mit Blick auf sein diamantenes Priesterjubiläum: „Ich bin alt genug, zu wissen, dass das Leben der Vollendung in Gott nahe ist. Ich versuche, in Freundschaft mit Bruder Tod zu leben. Es vieles einfach ein Geschenk Gottes. Dass man in diesem Alter noch etwas Sinnvolles tun kann, ist ein Geschenk, das man nicht verdienen kann. Ich bin überzeugt, dass der Glaube, von Gott beschenkt zu sein, viel in uns Menschen veredeln kann.“

Kapuziner: Eine Gemeinschaft von „Brüdern“

Der Kapuzinerorden an sich ist kein reiner Priesterorden. Während in früheren Jahrhunderten die Unterscheidung zwischen dem „Pater“ und den Laienbrüdern noch sehr groß war und auch die Aufgaben bestimmte, ist in den letzten Jahrzehnten eine unterschiedslose Bezeichnung aller Kapuziner als „Brüder“ üblich geworden. Die Ordensleitung legt großen Wert darauf, dass sich alle Brüder ohne Unterschied in den verschiedenen Bereichen des gemeinsamen Lebens einbringen.
Trotzdem ist zu bemerken, dass die meisten jungen Kapuziner heute auch den Priesterberuf anstreben. Zum Charisma der Kapuziner gehörte es von Anfang an, für Menschen auf vielfältige Weise da zu sein – und die Möglichkeit des priesterlichen Wirkens bringt da wohl eine zusätzliche und besondere Möglichkeit mit sich, die eng mit gelebtem Glauben verbunden ist. Als Priester ist man „lebendiges Werkzeug des [Heils-] Mittlers Christi“(1), heißt es im Lexikon für Theologie und Kirche. In der Eucharistie fasst der Priester Lob und Lebensopfer der Gemeinde betend und handelnd zusammen.

Zahlreiche weitere Kapuziner feiern in diesem Jahr ihre Jubiläen:

Priesterjahre Wer Weihetag Kloster
60 Leonhard Beikircher 29.06. Bruneck
60 Adalbert Stampfl 29.06. Bruneck
60 Kassian Ladstätter 29.06. Brixen
50 Albert Michelitsch 28.06. Wien
50 Karl-Martin Gort 29.06. Feldkirch
50 Peter Gruber 29.06. Meran
50 Alois Hillebrand 29.06. Brixen
40 Michael Platter 29.06. Brixen
25 Sunny Marathampilly 15.01. Wien
25 Marek Socha 22.04. Leibnitz
20 Paul Borek 20.05. Innsbruck
20 Markus Kowalczuk 07.10. Wiener Neustadt

Gefeiert wird unter Einhaltung der Corona-Auflagen. Mehr Infos über Feier und Mitfeier-Möglichkeiten im jeweiligen Kloster.


(1)    Vgl: Greshake Gisbert, Priester (Priestertum), III. Historisch-theologisch. In: Lexikon für Theologie und Kirche. Band 8. Freiburg i.B.u.a. 19993. 566f

[26.6.20-red]

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