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Teuerung durch Lockdown in Madagaskar

Antananarivo. Während die Erkrankungen in Madagaskar laut offiziellen Berichten meist weniger schwer verlaufen, trifft die Krise viele Menschen vor allem finanziell. Unmittelbar nach Bekanntgabe des Lockdown wurde Lebensmittelläden gestürmt, Preise stiegen wie etwa beim Grundnahrungsmittel Reis. Viele Bedürftige haben keine Chance, an staatliche Hilfsgelder zu kommen. Kapuziner versuchen, den Ärmsten durch Aufklärung und basale finanzielle Mittel zu unterstützen.

„Schwere Formen von Covid19 oder Atemprobleme gibt es bei uns bis heute offiziell keine“, berichtet Provinzial Bruder Adonis Tsiarify Ende April aus Madagaskar. Zwischen 20. März und 29. April wurden laut Bruder Adonis 3065 Teste durchgeführt, 128 waren positiv. 80% der der positiven Fälle traten in der Hauptstadt Antananarivo auf „Das sind offizielle Zahlen – von der Dunkelziffer weiß man nichts!“ Der Staat übernahm alle Behandlungskosten für Coronakranke. Sorgen macht Bruder Adonis sich vor allem über die Entwicklung des Virus im Winter.

Hamsterkäufe

Auch in Madagaskar wurden Bildungseinrichtungen, Kirchen und auch die Grenzen geschlossen, öffentliche Verkehrsmittel würden nicht mehr verkehren. „Die Menschen haben keine Wahl!“ erzählt Bruder Adonis. „Wenn sie ihre Familien ernähren wollen, müssen sie trotz Ausgangssperre arbeiten gehen.“ Bereits die Ankündigung des Lockdown rief vielerorts Panik hervor. Geschäfte und Apotheken wurden gestürmt und zahlreiche Lebensmittel, darunter das Grundnahrungsmittel Reis, verteuerten sich innerhalb weniger Tage erheblich.

Sorge um die Ärmsten

Am stärksten betroffen sind durch diese Entwicklungen sozial schwächere Familien. Die Kapuziner haben eine Initiative ins Leben gerufen, in deren Rahmen sie die Menschen besuchen, Aufklärungsarbeit bzgl Vorsorgemaßnahmen leisten und in Härtefällen auch mit kleineren Hilfsgeldern aushelfen. Bruder Adonis: „Zwar hat es ein Hilfspaket vom Staat gegeben, doch bei den Ärmsten kommen die Gelder leider oft nicht an. Diese Familien sind von den sechs Wochen Ausgangssperre am stärksten betroffen.“

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