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Trauer um P. Theophil

Wie geht es unseren Kapuzinermissionen?

„Im Moment überwiegen Schock und Trauer angesichts des Todes von Br. Theophil Odenthal!“ So Missionssekretär Bruder Christoph Kurzok über die Situation in den Partnerprovinzen. Seit Donnerstag ist bekannt, dass der deutsche Indonesienmissionar am 28. Oktober an der Folgen seiner Covid19-Erkrankung verstorben ist. „Ein Schock ist das umso mehr, als die Zahlen der Coronainfizierten in Indonesien bisher gar nicht so schlimm waren!“ Erst seit ein paar Tagen kommen jeden Tag neue Nachrichten, dass die Zahlen rasant zunehmen. Bruder Christoph ist mit Brüdern und Mitarbeitern in Indonesien und Madagaskar in ständigem Kontakt und berichtet über die aktuelle Lage vor Ort.

„Natürlich steht der Tod von Br. Theophil im Moment im Vordergrund!“ berichtet Bruder Christoph. „Die Mitbrüder sind sehr betroffen.“ Br. Theophil ist seit Jahrzehnten in Indonesien und wirkte zuletzt im Noviziatskloster Mela bei Sibolga. Die Beerdigung fand heute in Mela statt. Auch der zweite alte Missionar, Br. Barnabas ist erkrankt. Er ist schwach, aber stabil. „Wir können nur beten und hoffen, dass er sich schnell wieder erholt!“ so Bruder Christoph.
„Neben den Erkrankungen selbst sind in unseren Partnerprovinzen vor allem die wirtschaftliche Folgen der Pandemie besonders schlimm!“ meint er. So gibt es in Indonesien nach wie vor keine Fähr- oder Flugverbindungen für Privatpersonen zwischen den einzelnen Inseln. (vgl. >> Bericht zur Spendenkampagne im Juni 2020 ).

Auf Corona folgen Armut, Arbeitslosigkeit und Hunger

„Leider trifft das die zahlreichen kleinen Händler besonders stark. Sie stellen auf Nias zum Beispiel Bananen oder Kautschuk her und transportieren diese normalerweise selbst nach Sibolga, um sie dort zu verkaufen.“ Das ist nun nicht mehr möglich und sie bleiben auf ihren Waren sitzen. Auf Madagaskar verhält es sich ähnlich: Dort verursacht das Ausbleiben der Touristen ein großes wirtschaftliches Problem. Viele Menschen sind arbeitslos. „Die Ärmsten sind am meisten betroffen“, berichtet Bruder Adonis Tsiarify, Provinzial von Madagaskar. „Auch die Kinderarmut steigt.“ Zum Teil können die Kapuziner Kinder über die Schulen erreichen, sie in den Kantinen verköstigen, Unterrichtsmittel gratis zur Verfügung stellen und ähnliches. Die Brüder in Österreich und Südtirol wollen die Mitbrüder vor Ort unterstützen, den Menschen basale Hilfestellungen zu leisten. Wer ebenfalls mithelfen will, kann das über die Spendenkonten des Missionssekretariats tun:

Spendenkonten

  • Österreich: Missionssekretariat der Kapuziner, Kaiserjägerstr. 6, 6020 Innsbruck. IBAN: AT16 3600 0000 0066 4615 BIC: RZTIAT22, Überweisungszweck: Covid19-WS11.
  • Südtirol, Italien: Kapuziner-Mission, Wolkensteingasse 1, 39100 Bozen. IBAN: IT43 Y08081 11610 000306001530 BIC: RZSBIT21B03, Überweisungszweck: Covid19-WS11.

Eigenes Missionssekretariat auf Madagaskar

Neben den Erkrankungen der Mitbrüder und der schwierigen wirtschaftlichen Situation weiß Bruder Christoph jedoch auch Positives zu berichten: Um den Menschen noch besser helfen zu können, sind die Mitbrüder in Madagaskar gerade dabei, ein eigenes Missionssekretariat mit drei Kapuzinern zu gründen. „Das sagt viel darüber aus, wie wichtig diese Arbeit und wie erfolgreich die Mitbrüder sind!“ Diese Initiative steht derzeit ganz am Anfang. „Mir persönlich ist es zu diesem Zeitpunkt besonders wichtig, sie zu unterstützen: mit meiner Erfahrung als Missionssekretär, finanziell und auch ideell!“

Mehr über die Arbeit von Bruder Christoph Kurzok und das Missionssekretariat Österreich-Südtirol erfährst du auf der Seite des Missionssekretariats.

[2020/10/30-red]


+ Br. Barnabas Winkler

Ergänzung 6.11.: Mit dem heutigen Tag wurde bekannt, dass auch Bruder Barnabas Winkler in Indonesien verstorben ist. Unser 81-Jähriger Mitbruder wurde in der Vergangenheit mehrfach wegen Herzproblemen behandelt und verstarb im Krankenhaus von Medan.
Der Herr gebe ihm die ewige Ruhe. [2020/11/06-red]

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