Details: Kapuziner Österreich-Südtirol
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Über grüne Oasen und Klosterkatzen

Ein Spaziergang durch Kapuzinergärten

Fragt man den Feldkircher Guardian Karl-Martin Gort nach seinem Klostergarten, streicht er zunächst hervor, mit welcher Liebe zahlreiche Menschen hier mithelfen, um eine grüne Zone im Stadtzentrum nicht nur zu erhalten, sondern zu einer blühenden Oase zu machen. Ähnlich verhält es sich in den meisten Klöstern von Neumarkt als südlichstem Südtiroler Standort bis nach Wien. Wer ein wenig länger bleibt, wird an vielen Orten auch Bekanntschaft von tierischen Mitbewohnern machen – mal gibt es eine Klosterkatze, Bienen oder gar Esel. Dieses selbstverständliche Miteinander ist kein Zufall – es ist eine Form von Nähe zu anderen Teilen der Schöpfung, die schon vom Ordensgründer Franz von Assisi gelebt wurde und im christlichen Glauben selbst begründet ist.

Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns erhält und lenkt
und vielfältige Früchte hervorbringt
und bunte Blumen und Kräuter.

Aus dem Sonnengesang des hl. Franz von Assisi

Franz von Assisis Sonnengesang: Geschwisterlichkeit gegenüber allen Teilen der Schöpfung

Der heilige Franz von Assisi ist heute vielen vor allem als Patron der Tiere bekannt. Da gibt es die Legende vom Wolf von Gubbio, der durch die Zusprache des Heiligen zahm wurde und zahlreiche Erzählungen über Tiere, die ihn verstanden oder in seiner Gegenwart ihre Scheu verloren haben sollen. Viele Berichte sagen Franziskus eine große Nähe zu Tieren nach. Nicht zuletzt ist sein Gedenktag heute auch Welttierschutztag. Der Hintergrund dieser Haltung und der damit verbundenen Legenden ist die Beziehung aller Teilen von Gottes Schöpfung zueinander, die harmonisch und Folge dessen friedfertig sein sollte. Jeder hat seinen Platz und alle sind voneinander abhängig. Franz von Assisi verleiht diesem Ineinander Ausdruck durch den sogenannten „Sonnengesang“, ein Gedicht, dass die Geschwisterlichkeit aller Teile der Schöpfung beschreibt.

Ein kleiner Rundgang durch die Klostergärten der Provinz

In den Kapuzinerklöstern von heute ist Vieles wiederzufinden, das schlussendlich auf diese Grundhaltung der Geschwisterlichkeit zurückgeht. Da sind zum einen die Gärten, die in den meisten Klöstern von Menschen außerhalb des Klosters mitgenützt werden. Die erwähnten eifrigen Gärtner aus Feldkirch. Auch in Innsbruck hat eine Urban Gardening – Gruppe einen Teil des Gartens über, der benachbarte Kindergarten nutzt einen anderen Teil. In Wiener Neustadt und Gauenstein sind die Gärten überhaupt für die Öffentlichkeit zugänglich.

Tipp:

Zurzeit läuft in mehreren Kirchenzeitungen eine Serie zum Thema „Sonnengesang“ – über das Kunstprojekt mit Bruder Hans Pruckner. Mehr über das Projekt.

[09/06/20 red]

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