Kapuziner Österreich-Südtirol

25.05.2018 - Graffiti und Kirche? - Ja, das geht!

Ein Zeichen der Vielfalt setzen Kapuziner, Jugendzentrum IGLU und der Sprayer Muck mit einer Aktion am Mirabellplatz

Graffiti an der Kirche – das gibt neuerdings im Salzburger Stadtzentrum: Die Schriftzüge „Kommt und seht“ und „Geht mit Gott“ werden auf die Hauptportale der St. Andräkirche am Mirabellplatz angebracht. Dahinter steht das Anliegen, Vielfalt zum Ausdruck zu bringen. „Vielfalt steht für diesen Stadtteil mit seinem bunten Zusammenleben, für die Jugendlichen im IGLU und die Kunstform Graffiti – und auf vielfältige Weise wollen auch wir für die Menschen offen sein!“ so der Kapuziner Bruder Bernd Kober, Pfarrprovisor in St. Andrä. In einem Workshop mit dem Graffiti-Künstler Muck und Jugendlichen des IGLU wurden die Graffitis gesprayt und zur langen Nacht der Kirchen am 25. Mai mit einem Fest eröffnet.

„Kirche hat immer mit Künstlern gearbeitet – warum also nicht mit Graffiti-Künstlern?“ Das meint Sprayer Michael „Muck“ Töpfer. Der Salzburger ist seit vielen Jahren in Salzburg für seine Graffiti-Workshops bekannt. Mit dem Jugendzentrum IGLU und der Pfarre St. Andrä hat er in der Vergangenheit immer wieder zusammengearbeitet. „Diese Aktion ist so etwas wie ein Brückenschlag zwischen der Graffiti-Szene und der Kirche. Man kann junge Menschen ansprechen und gemeinsam etwas tun.“

Ein Zeichen der Vielfalt
Für Bruder Bernd Kober stand der Wunsch, ein sichtbares Zeichen der Offenheit zu setzen. Der 46-jährige Kapuziner ist seit 2014 der verantwortliche Seelsorger für die Pfarre St. Andrä. Das Jugendzentrum IGLU liegt ihm besonders am Herzen. „Ich möchte, dass junge Leute sich wieder in die Kirche trauen!“ meint er. Offenheit für Vielfalt ist auch für die Leiterin des Jugendzentrums IGLU, Manuela Wolf wichtig. „Unsere Jugendlichen kommen aus sehr unterschiedlichem sozialen und kulturellen Hintergrund. Vielfalt ist da immer ein Thema.“ Nicht zuletzt im Stadtteil sei Vielfalt ein sichtbarer Teil des Alltags. „Das darf man auch an der Kirche - schon rein optisch - sehen!“

„Kommt und seht!“
Das steht auf der einen Kirchentür. Auf der anderen ist der Schriftzug „Geht mit Gott“ vor einem farbigen Muster, das an traditionelle Kirchenfenster erinnern soll, zu sehen. In dem Workshop wurde der Schriftzug zunächst auf eine Holzkonstruktion gesprayt. Wer sich selbst auch mit dem Spray versuchen möchte, kann das übrigens im Rahmen der langen Nacht der Kirchen am 25. Mai tun: An diesem Abend werden die neuen Portale offiziell eröffnet. Sprayer Muck wird vor Ort sein und eine Spray-Station beaufsichtigen. Zum Rahmenprogramm von St. Andrä gehören weiters die Bläser Lenzi & friends, DJ Burns und eine antialkoholische Cocktailbar.

Über die Beteiligten
Michael „Muck“ Töpfer lebt in Salzburg und ist seit über 20 Jahren als Graffiti-Künstler aktiv. Sein Wissen gibt er auch in Workshops mit Jugendlichen weiter. Mit dem Jugendzentrum IGLU hat er in der Vergangenheit immer wieder Workshops organisiert.
IGLU. Das Jugendzentrum IGLU will ein soziales Netzwerk für Jugendliche mit geringerer Bildung oder Migrationshintergrund bereitstellen. Eines seiner erklärten Ziele ist auch die Förderung des Zusammenlebens vielfältiger Kulturen auf der Basis von Toleranz, Verständnis und Interreligiosität. Das IGLU wird von der Katholischen Aktion Salzburg (KA) getragen und bildet gemeinsam mit Jugendzentrum YOCO, der Katholischen Hochschuljugend(KHJ), der Katholischen Jugend(KJ) den Bereich Jugend der KA. Mehr Infos: www.jugendzentrum-iglu.at
Pfarre St. Andrä. Die seelsorgliche Verantwortung für diese Innenstadtpfarre der Erzdiözese Salzburg liegt seit 2014 bei den Kapuzinern. Bruder Bernd Kober ist Pfarrprovisor. www.andraekirche.at, salzburg.kapuziner.at


Bildnachweis zur Honorar-freien Verwendung:

© P. Höllriegl
Bild1: Die Verantwortlichen für die Aktion: vlnr: Michaela Wolf, Bruder Bernd Kober, Michael „Muck“ Töpfer und Bastian Six.
Bild2: „Kommt und seht“ und „Geht mit Gott“ – diese Schriftzüge wurden von Jugendlichen des IGLU und dem Kapuziner Bruder Bernd Kober unter der Anleitung des Graffiti-Künstlers Michael „Muck“ Töpfer gesprayt.  

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